Bachelor in Elementarpädagogik mit waldorfpädagogischem Schwerpunkt ab Herbst 2010

14. Juli 2009

Die Vereinigung der Waldorfkindergärten hat die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft beauftragt, einen Studiengang in Elementarpädagogik zu entwickeln. Ab Herbst 2010 soll er als Bachelor Studium an der Hochschule angeboten werden.
Die Entwicklung des Studiengangs unterstützt die Vereinigung auch finanziell. Sobald der Studienbetrieb aufgenommen wird, wird sie außerdem eine Stiftungsprofessur fördern.

“Uns ist die Professionalisierung der Ausbildung für Waldorfkindergärtner und -kindergärtnerinnen ein wichtiges Anliegen”, erläutert Oliver Langscheid, Geschäftsführer der Vereinigung der Waldorfkindergärten. Ein akademisches Ausbildungsprogramm mit besonderem Profil für die Waldorfpädagogik fehle bisher in der Ausbildungslandschaft und sei angesichts der deutschlandweiten Veränderungen in der Erzieherausbildung zukünftig dringend notwendig. Deshalb habe die Vereinigung sich mit dem Vorhaben an die Alanus Hochschule gewandt. Wie in den meisten europäischen Ländern gibt es für die frühkindliche Bildung immer mehr akademische Angebote und die zukünftige Entwicklung scheine in diese Richtung zu gehen. So sei beispielsweise bereits in einem Bundesland eine akademische Ausbildung die Voraussetzung, um Leitungsaufgaben übernehmen zu können. “Die Waldorfkindergärten möchten den zukünftigen Herausforderungen proaktiv begegnen und sehen die Entwicklungen als Chance, sich in der Kindergarten-Landschaft erfolgreich zu positionieren”, begründet Langscheid das Vorhaben.

Der Studiengang wird als sechssemestriges Vollzeitstudium angelegt sein. Dabei ist ein hoher Praxisanteil vorgesehen, den die Studenten in Waldorfkindergärten, aber auch in kommunalen oder kirchlichen Einrichtungen verbringen werden. “Der Studiengang sorgt damit für eine Doppelqualifizierung der Absolventen”, betont Jost Schieren, Leiter des Fachbereichs Bildungswissenschaft an der Alanus Hochschule. Damit werde im vorschulischen Bereich der Ansatz weitergeführt, den der Fachbereich seit 2006 bereits für die Lehrerausbildung erfolgreich etabliert hat – die Ausbildung von Pädagogen sowohl für waldorfpädagogische als auch für staatliche Einrichtungen. Denn das Kernanliegen des Fachbereichs sei es, “in Lehre und Forschung den Dialog zwischen Waldorfpädagogik und allgemeiner Erziehungswissenschaft zu intensivieren und auf akademischem Niveau einen gleichberechtigten Diskurs zu etablieren”, so Schieren. Besonders im Bereich der Kindheitsforschung werde die Stimme der Waldorfpädagogik bisher zu wenig vernommen.

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