Nachdem der Girls’ Day seit dem Jahr 2001 zu einer bundesweiten Institution geworden ist, präsentierte sich die Alanus Hochschule in diesem Jahr auch beim Boys’ Day. Am 22. April 2010 fanden mehr als zwanzig Jungen im Alter von 10 bis 18 Jahren ihren Weg zum neuen Campus, um an zwei verschiedenen Veranstaltungen zum Lehramt Kunst teilzunehmen.
Weit mehr als Wasserfarben
Dass ein spannender Kunstunterricht mehr bieten kann als Umgang mit Wasserfarben und Tonpapier bewiesen Malereidozentin Beatrice Cron und Jochen Krautz, Professor für Kunstpädagogik in ihren Workshops zum Thema Kunstlehrer werden. In Beatrice Crons Malereiworkshop wurde schnell klar: Hier geht es um mehr. Denn einerseits konnten sich die Jugendlichen am Thema Landschaftsmalerei vergegenwärtigen, wie kunsthistorisch die Menschheitsgeschichte sich „verbildlicht“ und die Verbindung , respektive die Beziehung von Mensch und Welt immer wieder neu thematisiert. Andererseits waren die Teilnehmer aufgerufen, mit verschiedensten Elementen der Malerei wie Linie, Helldunkel, Fläche und Farbe ein eigenes Landschaftsbild zu schaffen. Schließlich stand eines fest: Alle jene imaginierten Landschaften, mit großer Begeisterung und viel Eifer auf zwei Meter langen Holzbrettern realisiert, wären eindeutig eine Reise wert gewesen.
Sehen und Erzählen: Fotoworkshop mit Jochen Krautz
Dass auch Fotoprojekte einen wichtigen Platz im Kunstunterricht einnehmen können, bewies Prof. Jochen Krautz in seinem Workshop mit sieben Schülern aus der Region. Wenn auch weitestgehend ohne fotografische Vorkenntnisse ausgestattet fanden sich die Jugendlichen schnell in der Welt der digitalen Fotografie zurecht. Anhand eines von Jochen Krautz konzipierten Schulbuchbeitrags mit dem Thema „Freunde Fotografieren“ wurden zunächst exemplarische Fotografien analysiert, um den Fokus der Teilnehmer für die verschiedenen Kriterien eines wirkungsvollen Fotos zu schärfen.
Nach einer Einführung in die Benutzung der digitalen Spiegelreflexkameras ging es für die Jungen dann auch los auf den Campus: Paarweise mit einer Kamera ausgerüstet, galt es sich dem Gegenüber fotografisch zu nähern und anbei Raum und Umgebung so einzubeziehen, das das Foto eine eigene Aussage erhält, das es etwas erzählt.
Die so entstandenen Portraits wurden anschließend mit der ganzen Gruppe gesichtet, besprochen und ausgewählt, um bestimmte fotografische Situationen in einer zweiten Runde zu vertiefen. Hierbei entstanden erstaunliche Resultate, die einen großen Lerneffekt seitens der Schüler offenbarten. Abgerundet wurden die Aufnahmen schließlich mittels kleiner Übungen in professioneller Bildbearbeitung.
Innerhalb nur eines Tages wurden so Handy-Knipser zu ambitionierten Jungfotografen – es bleibt zu hoffen, dass das geweckte Interesse am fotografischen Bild dem ein oder anderen Teilnehmer erhalten bleibt.