Fachbereich Bildungswissenschaft der Alanus Hochschule

Waldorfpädagogik / Schule und Unterricht, Kindheitspädagogik, Heilpädagogik, Lehramt Kunst, Pädagogische Praxisforschung

Crossover – Die Verbindung von Erlebnispädagogik und Waldorfpädagogik Kurt Hahn trifft Rudolf Steiner

Nachdem wir uns in letzer Zeit so viel mit „Waldorfpädagogik im Dialog“ e&l_2_12_RZ.indd
beschäftigt haben, möchten wir euch heute auf lesenswerte Artikel zur Verbindung von Waldorfpädagogik und Erlebnispädagogik hinweisen.

Vor einiger Zeit hat die erlebnispädagogische Zeitschrift “e&l – erleben&lernen”,
die von Prof. Dr. Janne Fengler gemeinsam mit Prof. Dr. Micheal Jagenlauf und Prof. Dr. Werner Michl herausgegeben wird, eine Sonderausgabe zur Verknüpfung von Erlebnispädagogik und Waldorfpädagogik veröffentlicht.

Die Zeitschrift versteht sich als Forum für handlungs- und erfahrungsorientierte Konzepte, Ansätze und Modelle in Erziehung, Aus- und Weiterbildung. Sie sieht sich dem pädagogischen Prinzip des „Learning by Doing“ verpflichtet, das gerade in der beruflichen Qualifizierung und im Schulbereich zunehmend an Popularität gewinnt. e&l ist die einzige Zeitschrift, die sich für Kinder- und Jugendhilfe, Schule, Betrieb und Aus- und Weiterbildung mit erlebnisorientiertem Lernen befasst. Sie erscheint alle 8 Wochen.

Bei der Gegenüberstellung von Erlebnispädagogik und Waldorfpädagogik wird deutlich, dass es viele Parallelen gibt. Beide pädagogischen Richtungen beinhalten eine Dreigliederung/-teilung des Menschen: „Leib, Seele und Geist“ bei Rudolf Steiner (Begründer der Waldorfpädagogik) und „Kopf, Herz und Hand“ bei Kurt Hahn (Pionier der Erlebnispädagogik).
Rudolf Steiner und Kurt Hahn haben beide pädagogische Ansätze entwickelt, die anschlussfähig in der Praxis umsetzbar sind und hier auch die stärkste Resonanz finden. Die literarischen Werke sind aber teils nur schwer zugänglich; die praxisnahen Konzepte finden daher ihre stärksten Kritiker in der Theorie. Ein populärer Vorwurf gegenüber der Waldorfpädagogik Rudolf Steiners ist z. B. der Übergang in die Esoterik, an Kurt Hahns erlebnispädagogischen Konzepten wird oft kritisiert, dass diese zu holzschnittartig und undifferenziert seien.
Nichtsdestotrotz haben beide Ansätze weltweit nachhaltige Verbreitung gefunden, gewissenmaßen als „normative Kraft des Faktischen“.
Die Verbindung zwischen Erlebnispädagogik und Waldorfpädagogik ist theoretisch vielversprechend und auch in der Praxis bereits realisiert. So beziehen die erlebnispädagogischen Träger „Aventerra“ und „EOS“ beziehen schon seit einigen Jahren Ansätze beider Konzepte in ihre Arbeit ein.
Ein weiterer Schritt wird es sein, auf theoretischer Ebene einen ertragreichen Austausch zu initiieren.

Vor dem Hintergrund dieser Thematik finden sich in dem e&l-Sonderheft z. B. der Aufsatz „Das Menschenbild der Waldorfpädagogik“ von Jost Schieren (Professor für Schulpädagogik mit Schwerpunkt Waldorfpädagogik) sowie Beiträge von Lilith Chromow und Peter Schrey („Waldorf-Erlebnispädagogik“), Wolfgang Weirauch („Ausschnitte aus einem Interview mit Michael Birnthaler“) und Jörg Thimm-Hoch („Intuition in der Pädagogik?“).

Eine Inhaltsübersicht ist unter folgendem Link zu finden: www.e-und-l.de/einzelheftbestellung/el-2-2012.php; Archiv, Bestellung (auch von Einzelheften) und Infos gibt es unter: www.e-und-l.de.

Interesse an der Vertiefung in der Erlebnispädagogik? Kommt zum internationalen Kongress „erleben und lernen“ vom 30. September – 1. Oktober 2016.
Nähere Informationen dazu gibt es unter: erleben-lernen.de