Die ersten Absolventen des Masterstudiengangs Pädagogik haben ihre Masterarbeiten erfolgreich eingereicht und einem hochschulöffentlichen Publikum zur Diskussion gestellt. Die Präsentationen fanden im Rahmen des Masterkolloquiums am 01. und 02. Oktober 2010 am Fachbereich Bildungswissenschaft der Alanus Hochschule statt.
Die Arbeiten aus dem Studienschwerpunkt „Schule und Unterricht“ befassten sich vor allem mit neuen Konzepten für den Unterricht und ihrer Erprobung.
So berichtete Thomas Osika in seinem Vortrag über einen Modellversuch im Biologie- und Geographieunterricht der 7. Klasse einer Waldorfschule. Am Beispiel der Besiedlung des Kontinents Australien wurden geographische Aspekte wie Klima, Vegetation, Oberfläche und ökonomische Entwicklungen behandelt. Später wurden dann an der Lebensweise der australischen Ureinwohner (Aborigines) Themen des Biologieunterrichts für die Schüler veranschaulicht wie Gesundheitsvorsorge, Ernährung oder Sexualität. So konnten die zwei Fächer Biologie und Geographie in dem übergreifenden Thema „Australien“ verbunden werden. Das Interesse der Schüler für die Unterrichtsinhalte konnte durch den aus europäischer Sicht fernen und exotischen Kontinent nachhaltig geweckt werden.
Eine andere Absolventin, Julia Heine-Saabel, stellte eine Umsetzung eines handlungsorientierten Unterrichtskonzeptes im Englischunterricht in Form eines Detektivspiels vor, das bei den Schülern großen Anklang fand und sie zum freien Praktizieren der Fremdsprache ermutigte.
Marga Fleischmann stellte in ihrer Masterarbeit Konzepte des ganzheitlichen Lernens in der katholischen Religionspädagogik und in der Waldorfpädagogik gegenüber. Der Vergleich basierte auf einer selbst durchgeführten Unterrichtsreihe im Primarbereich zum Thema Ostern.
Die Absolventen, die sich für den zweiten Studienschwerpunkt „Pädagogische Praxisforschung“ entschieden hatten, haben in ihrer Masterarbeit wissenschaftliche Forschungsstudien im Pädagogischen Feld durchgeführt.
Ein Beispiel ist die Arbeit von Jürgen Peters, der in einer Interviewstudie Beanspruchungen und Zufriedenheit bei Waldorflehrern erforscht hat. Dabei konnte er zeigen, dass der unterschiedliche Umgang mit Belastungen entscheidend sein kann für das Zufriedenheitsempfinden der Lehrer/innen. Nicht die Beanspruchung allein sorgt für Unzufriedenheit bis hin zu Burn-Out-Erlebnissen. Neben den strukturellen Faktoren haben auch personenbezogene Faktoren einen wichtigen Einfluss darauf, ob Stress zur Belastung wird. Die Arbeit von Jürgen Peters stellt einen wichtigen Beitrag zur Forschung in diesem Bereich dar, da zum einen aus bisherigen Studien bekannt ist, dass sich Lehrer von allen Berufsgruppen am meisten belastet fühlen und zum anderen bisher noch keine speziellen Studien dazu über Waldorfschulen vorlagen.
Der Absolvent Henning Hauke hat in seiner Masterarbeit die Analyse eines Theaterprojektes in der Oberstufe einer Waldorfschule in den Mittelpunkt seiner Forschung gestellt. Dabei ging er unter anderem der Frage nach, inwieweit die Schüler durch die gemachten ästhetischen Erfahrungen eine Erweiterung ihrer Wahrnehmung erfahren konnten.
Mit dem Masterabschluss Pädagogik eröffnen sich den Absolventen neue berufliche Perspektiven. So hat etwa die Absolventin Sabine von Schroeter eine Stelle am Internat Schloss Salem antreten können, was die hohe Wertschätzung der Lehrerausbildung an der Alanus Hochschule zeigt.
Die Bewerberzahlen für den Masterstudiengang Pädagogik steigen kontinuierlich. Zum Herbstsemester 2010 hat der nun schon vierte und bisher größte Jahrgang mit 32 Studierenden das Master-Studium aufgenommen. Der Studiengang bietet auch eine exzellente Möglichkeit der Qualifizierung für Quereinsteiger in den Lehrerberuf.
Hier sehen Sie einige Bilder vom Masterkolloquium 2010: