Lehramtsstudium Kunst – Schüler Projektwoche

Künstlerische Erkundungen zur Biografie
Schüler zur Projektwoche an der Alanus Hochschule


In den letzten beiden Januarwochen war das Atelierhaus III auf dem neuen Campus der Alanus Hochschule noch belebter als sonst: Oberstufenschüler der Waldorfschulen Tannenbusch und St.-Augustin sowie zwei Kunst-Kurse des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums in Bornheim verbrachten mehrere Projekttage an der Alanus Hochschule. Studenten des Studiengangs Lehramt Kunst erarbeiteten mit Ihnen kleine Animationsfilme oder übersetzen Briefe aus dem 2. Weltkrieg in Collagen, Bilder und kleine Objekte.
Zum Semesterthema ‘Biografie’ hatten die Studenten unter Leitung von Beatrice Cron und Prof. Dr. Jochen Krautz verschiedene Ideen entwickelt, wie sie mit den Schülern das Thema künstlerisch bearbeiten wollten:
Die kleinen Animationsfilmen zu den Themen ‘Glück und Leid’ oder ‘Orte und Wege aus meinem Leben’ erstellten die Schüler aus eigenen Kohlestiftzeichnungen, die sie Bild für Bild abfotografierten und schließlich am Computer zu einem Film zusammenfügten. Prominentes Vorbild für diese Technik ist der südafrikanische Künstler William Kentridge. Der 17-jährige Max aus Bornheim zeichnete beispielsweise seinen Lebensweg vom Klapperstorch über die Sandkasten- und Schulzeit bis zum ersten Rockkonzert nach. Andere Schüler erzähltem von der ersten Liebe oder von einer Fahrt nach Paris. Eine andere Schülergruppe ließ sich von originalen Briefen einer damals 17-jährigen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zu einer künstlerischen Umsetzung in Installationen anregen. Mit Farbe, Linie und plastischen Formen setzten die Schüler die in den Briefen deutlich werdenden unterschiedlichen Emotionen und schwierigen Lebenssituationen künstlerisch um. Es entstanden ganz verschieden Objekte aus Holz, Maschendraht oder Pappe.
Zur Abschlusspräsentation kam dann auch noch ein Leistungskurs Kunst des Bornheimer Gymnasiums hinzu, dessen Schüler ganz neidisch auf ihre an der Projektwoche teilnehmenden Mitschüler wurden.
Von der Projektwoche waren die Schüler nicht nur begeistert, weil sie hier neben Pinsel und Farbe auch mit Holz und Fotokamera agieren konnten. „Ich finde es vor allem gut“, so der 17-jährige Anton vom Bornheimer Gymnasium, „dass wir viel Zeit haben für die Kunst und nicht nur eine Doppelstunde pro Woche.“
Für die Studierenden des Lehramtsstudium Kunst war das Projekt eine Gelegenheit, ein selbst geplantes Projekt auch mit Schülern umzusetzen und so wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Gerade das eigenverantwortliche Arbeiten bei der Vorbereitung schätzten die Studenten sehr.
Für Lukas Thein und Sebastian Jakobs sei es beispielsweise die erste richtige Möglichkeit gewesen, sich praktisch auszuprobieren: „Im ersten Schulpraktikum ist man immer auf den Lehrer angewiesen, hier können wir aber selbst gestalten.“ Die kleinen Gruppen und der geschützte Rahmen der Hochschule ermöglichen zudem, dass man auf jeden einzelnen Schüler eingehen und mit ihm gemeinsam an dessen Kunstwerk arbeiten kann.
„Die Reflexion mit uns Dozenten über den Verlauf und das eigene Lehrerverhalten können den Studenten zudem wichtige Impulse für ihr weiteres Studium geben“, so Prof. Dr. Jochen Krautz. „Hier werden die Möglichkeiten des Kunstunterrichts konkret erlebbar: für Schüler und künftige Lehrer“.

Die Kooperation mit den beteiligten Schulen und Kollegen verlief dabei sehr konstruktiv. Daher werden ähnliche Projekte auch künftig durchgeführt werden.

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