Rund ums Fahrrad in Kunst und Design

13. Juli 2011

Schülerprojekt von Lehramtsstudenten der Alanus Hochschule

Ein ganzes Semester haben sich Studenten des Lehramtes Kunst ein Projekt für Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12 des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums, Bornheim, vorbereitet. Unter Anleitung der Dozenten Beatrice Cron und Prof. Dr. Jochen Krautz ging es um das Thema „Fahrrad“. Das sollte einmal mit Mitteln der angewandten Gestaltung und einmal frei künstlerisch bearbeitet werden.

alanus-lehramt-kunst-fahrradprojekt4 So entwickelte eine Studentengruppe die Idee, die Schüler Taschen für’s Fahrrad entwerfen und bauen zu lassen. Für diese Design-Aufgabe sicherten sie sich professionelle Unterstützung: Martin Klüsener von der Firma „Feuerware“, die Taschen aus alten Feuerwehrschläuchen herstellt, war sofort begeistert und stieg mit ein. So konnten die Studenten den Schülern eines Kunstkurses der Jahrgangsstufe 11 am AvH Bornheim ein tolles Projekt anbieten. Zuerst wurden zwei Wochen im Unterricht von Kunstlehrer Steffen Meier Übungen und Vorarbeiten zum Thema Design gemacht. Dann kam der Designer selbst und gab den Schülern den Auftrag, eine Tasche für’s Fahrrad zu entwerfen, die er noch nicht im Programm hat. Dazu sollten Zeichnungen, ein Papiermodell und ein echtes Modell aus Feuerwehrschlauch angefertigt werden.

Dies war dann Aufgabe während zweier Projekttage der Schüler an der Alanus Hochschule: Die Schüler konnten am 4. und 5. Juli unter Anleitung der Studenten den ganzen Tag an ihren Projekten arbeiten und präsentierten am Schluss interessierten Besuchern und Feuerwear-Mann Klüsener ihre Ergebnisse. Der war mächtig beeindruckt über die vielfältige und pfiffigen Ideen. „Im Alltagsgeschäft ist man gar nicht mehr so frei in den Ideen“, lobte Klüsener. Auch die weitgehende Ausarbeitung der Entwürfe hob er hervor.

alanus-lehramt-kunst-fahrradprojekt-praesentation2 Zeitgleich arbeitete eine zweite Studentengruppe ein Projekt aus, in dem sich die Schüler mit der Wahrnehmung beim Fahrradfahren beschäftigten: was sehen, riechen, fühlen wir eigentlich, wenn wir Rad fahren? Wie verändert sich die Wahrnehmung? Und wie kann man das künstlerisch darstellen? Übungen zur Sinneswahrnehmung und deren künstlerischer Umsetzung gingen voraus. Bei einem Fahrradparcours erzeugten die Schüler malerische Spuren mit Fahrradreifen und fertigten Skizzen zu ihre Wahrnehmungen an. Die beiden Projekttage an der Hochschule wurden schließlich zu einer intensiven künstlerischen Arbeit, bei der die Schüler auf langen, schmalen Formaten ihren Eindruck von ihrem Weg auf dem Fahrrad malerisch, zeichnerisch und fotografisch zu überzeugenden Kompositionen verdichteten. Die herausfordernde Arbeit wurde von den Studenten mit intensiven Beratungen, Hilfen und Ermutigungen begleitet, denn solche künstlerische Arbeit war für die Schüler nicht alltäglich. Das Publikum bei der abschließenden Präsentation war von der Vielfalt der Zugänge und der künstlerischen Verdichtung des nicht einfachen Themas beeindruckt.

So endete das Projekt erfolgreich mit doppeltem Lerneffekt: Die Studierenden, die Kunstlehrer werden, waren von Planung bis Durchführung für das Projekt verantwortlich und meisterten erfolgreich den „Ernstfall“. Die Schüler erlebten ein besonderes Projekt und konnten an der Alanus Hochschule eine ganz eigene Erfahrung intensiven Arbeiten in der freien und angewandten Kunst machen.

„Das sind ideale Lernsituationen, von denen alle etwas haben – wir auch!“ resümierten die Dozenten Cron und Krautz etwas erschöpft aber sehr zufrieden.

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