Fachbereich Bildungswissenschaft der Alanus Hochschule

Waldorfpädagogik / Schule und Unterricht, Kindheitspädagogik, Heilpädagogik, Lehramt Kunst, Pädagogische Praxisforschung

Teilzeit Kindheitspädagogik studieren: Studium, Beruf, Familie – wie geht das?

Wenn man erst einmal eine Zeit lang in einem Beruf gearbeitet hat, ist es ein großer Schritt sich für ein berufsbegleitendes Studium zu entscheiden. Meike Brühl und Alexander Herfort haben die Herausforderung Beruf, Studium und Familie unter einen Hut zu bekommen auf sich genommen und den Sprung in die Kindheitspädagogik gewagt.

Wir haben nachgefragt und viel über ihre Erfahrungen und Eindrücke aus den 2,5 Jahren Bachelorstudium an der Alanus Hochschule erfahren!

 

Meike Brühl

2017_10_20 (1)Warum haben Sie sich vor drei Jahren für die Aufnahme des Studiums entschieden?
Ich war beruflich an einen Punkt gelangt, an dem sich eine gewisse „Berufsmüdigkeit“ bei mir eingestellt hatte. Dieses Ausgebrannt Sein hat sich mit und mit auch auf mein Privatleben ausgewirkt. Ich brauchte eine Veränderung ohne meine berufliche „Bestimmung“ aufzugeben. Ich wollte reflektieren, hinterfragen, verstehen und verändern. Ich wollte mitgestalten und habe mir dafür einen fundierteren Background und neue Erkenntnisse gewünscht.

Was waren Herausforderungen für Sie bei diesem berufsbegleitenden Studium?
Ganz klar den Glauben an mich selbst und meine Fähigkeiten nicht zu verlieren und Selbstdisziplin insbesondere für die Arbeiten zu Hause. Das Studieren vor Ort war zeitlich und organisatorisch immer gut strukturiert und gut machbar für mich. Das Vor- und Nachbereiten von zu Hause aus nicht immer. Zu Beginn meines Studiums waren meine Töchter 2,5 und 4 Jahre alt. Ich hatte also zwei kleine Kinder und meinen (beruflich stark eingebundenen) Mann, einen Haushalt und meine Arbeitsstelle unter einen Hut zu bringen. Das war nicht immer leicht. Ich musste lernen, im Haushalt auch mal 5 grade sein zu lassen und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Ein Vorteil für mich war es sicher, dass meine damalige Leitung zu 100% hinter mir stand und es mir möglich gemacht hat meine Arbeitszeit von 5 auf 4 Tage zu verteilen, damit ich einen „Studien-/Haushaltstag“ hatte.

Welche positiven Effekte hatte das Studium für Sie, noch während Sie studiert haben?
Der Input und Austausch durch und mit den tollen DozentInnen und meinen KommilitonInnen war eine unheimliche Bereicherung für mich. Das Studieren hat mich beruflich und persönlich gestärkt. Außerdem konnte ich mich bereits während des Studiums beruflich weiter entwickeln. Ich übernahm die Leitung der Kindertagesstätte, in der ich angestellt war.

Was hat sich durch das Studium bei Ihnen verändert?
Ich habe mich wie gesagt beruflich verändert. Gemeinsam mit einer Kollegin leite ich nun in Teilzeit eine viergruppige Kindertagesstätte mit Familienzentrum.
Aus meiner neuen Position heraus kann ich meine KollegInnen besser erreichen und durch mein fundierteres Fachwissen, Input den ich gebe, besser vermitteln. Auch meine Methodenkompetenz in Bezug auf Analyse, Leitung und Beratung profitiert vom Studium.
Des Weiteren habe ich jetzt natürlich auch viel mehr berufliche „Einsatzmöglichkeiten“. Eine Umorientierung Richtung Selbständigkeit oder Zusammenarbeit mit Jugendamt oder anderen Trägern bis hin zu einem Referentendasein stehen mir nun offen.

Was bleibt Ihnen aus Ihrer Studienzeit besonders in Erinnerung?
Dass ich alles schaffen kann. Ich war so manches Mal an einem Punkt an dem ich dachte, ich schaffe es nicht. Ich breche das Studium ab. Sei es, weil eine Hausarbeit geschrieben werden musste, obwohl ich ein krankes Kind zu Hause hatte und mein Mann auf Dienstreise war, oder weil beruflich ein Termin den nächsten hetzte, oder ich einfach nur müde war. Letztendlich habe ich es aber immer geschafft. Ich musste nicht eine Ausarbeitung oder Prüfung aufschieben und konnte alles in der ursprünglich vorgegebenen Zeit abgeben. Der Zuspruch von Familie, KommilitonInnen und DozentInnen bei Zweifeln, haben die nötige Motivation und das Durchhaltevermögen immer wieder rausgekitzelt.

Was würden Sie als Absolventin künftigen Studierenden gerne mit auf den Weg geben?
Traut euch! Es ist machbar! Am Ende des Studiums hatte ich eine neue berufliche Aufgabe, einen Bachelortitel und war mit meiner dritten Tochter schwanger.
Es gibt nicht „den richtigen Moment“, um ein Studium anzufangen – irgendwas ist immer – und es ist nie zu spät, sich mit einem Studium weiterzubilden und weiterzuentwickeln.
Ich habe mir einige Studiengänge an verschiedenen Unis und Hochschulen angeschaut. Für mich war die Alanus Hochschule die richtige Wahl, weil das Teilzeitkonzept in seiner angebotenen Struktur genau das möglich macht, um was es in meinem Lebensabschnitt ging. Den Spagat zwischen Familie, Beruf und Studium zu schaffen.

 

Alexander Herfort
MA_Alexander1Warum haben Sie sich vor drei Jahren für die Aufnahme des Studiums entschieden?
Durch die Tätigkeit als Leiter eines Kindergartens war es nötig, eine qualifizierende Ausbildung zu machen. Statt einer einjährigen Zusatzqualifikation ohne viele Hausaufgaben oder Prüfungen (die formal ausgereicht hätte…) habe ich mich für das B.A.-Studium entschieden, da ich Interesse am tieferen Eindringen in den wissenschaftlichen Hintergrund der Kindheitspädagogik hatte und mir in Zukunft auch weitere Tätigkeitsbereiche erschließen will.
Für die Alanus-Hochschule habe ich mich entschieden, weil die Dauer des Studiums, die Aufteilung der Präsenzveranstaltungen und besonders der Bezug zur Waldorfpädagogik für mich sehr attraktiv waren.

Was waren Herausforderungen für Sie bei diesem berufsbegleitenden Studium?
Im Vorhinein war es nötig, familiär abzuklären, dass ich wirklich die nötigen Zeitressourcen zur Verfügung habe. Eine Teilfinanzierung durch den Weiterbildungsscheck war zu beantragen und Absprachen mit dem Arbeitgeber über die nötigen Dienstfreistellungen waren zu treffen. Dann war der Einstieg in wissenschaftliches Denken und Arbeiten herausfordernd und reizvoll zugleich. In allen Leistungen wirklich diesem Anspruch zu genügen, hat einige Zeit gedauert. Und schlussendlich im Vollzug war es wichtig, einen guten Zeitplan für die anliegenden Arbeiten zu haben und sich zwischendurch Pausen zu gönnen.

Welche positiven Effekte hatte das Studium für Sie, noch während Sie studiert haben?
Praktische Erfahrungen und erlebte kritische Situationen konnte ich in die Seminare einbringen und die stattfindenden Gespräche und Impulse waren oft eine Klärungshilfe. Dabei war es von Vorteil, dass die meisten Mitstudierenden ebenfalls aus dem Praxisfeld kamen und somit Gespräche auf höherem Niveau möglich wurden. Schon während des Studiums begann das hilfreiche Einbeziehen neuer Erkenntnisse in meinen Arbeitsalltag.

Was hat sich durch das Studium bei Ihnen verändert?
Pädagogik im wissenschaftlichen Duktus zu bedenken und zu besprechen habe ich mitgenommen. Das bereichert mich in meiner Arbeitspraxis ungemein. Die tiefergehende Literaturrecherche und das Vergleichen und Abwägen verschiedener Standpunkte sowie das Sammeln von Belegen für bestimmte Behauptungen ist anstrengend, spannend, erhellend und letzlich oft eine unschätzbar wertvolle Entscheidungshilfe.

Was bleibt Ihnen aus Ihrer Studienzeit besonders in Erinnerung?
Das viele Unterwegssein 🙂 (Es hat schon einen positiven, konzentrierenden Effekt, wenn der Studienort vom Wohn- und Arbeitsort entfernt liegt. Der Kopf wird klar und man kann sich voll auf die Inhalte einlassen.) Aber am meisten: spannende Seminare, echte Profis als Dozenten, intensiver Praxisbezug, anregende künstlerische Arbeiten, manchmal ganz schön lange Seminartage.

Was würden Sie als Absolvent künftigen Studierenden gerne mit auf den Weg geben? 
Es lohnt sich!!!

 

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